Druckstock Getraenketuetenkarton
Das kleinformatige Drucken mit gebrauchten Milchtuetenkartons in Monotypie-Verfahren brachte mich Mitte 2010 auf die Idee, nach dem Material zu suchen, das für die Herstellung von Getränkekartons verwendet wird. Sollte es moeglich sein, an das Grundmaterial zu kommen, bevor es in das Tütenformat geschnitten und verklebt würde, koennte ich auch großformatigere Arbeiten fertigen, dachte ich. Nach einiger Recherche konnte ich Ende 2010 einer Rolle des Materials in 60 cm Hoehe und 25 Metern Länge habhaft werden.
Druckwerkstatt Tryk2
Die Zusage, für zwei Arbeitswochen die großformatige Druckpresse in der Druck- und Grafikwerkstatt Tryk2 in Aakirkeby auf Bornholm, Dänemark nutzen zu koennen, eroeffnete zudem erweiterte Moeglichkeiten der Nutzung des Materials als Druckstock.
Inspiration/Thema
Inspiriert wurde ich fuer dieses orginalgrafische Dyptichon durch den Vandfall STAVEHoL im Kobbea-Stien auf der Insel Bornholm. Der STAVEHoL - mit 4 Metern Fallhoehe der hoechste Wasserfall in Daenemark – findet sich versteckt mitten in einem ausgestreckten feucht-warmen, bewaldeten Tal namens Kobbea-Stien.
Durch dicht wachsende, hohe Bäume und Buesche, sanft schwingende Farne und wild aufgeschichtetes Totholz strebt das Wasser seit Jahrhunderten hier stetig dem Meer zu. Mal rauschend und tosend, mal plaetschernd und fluesternd, bahnt es sich einen Weg zwischen schroffen Felsen und runden Findlingen hindurch, die von vielfaeltigsten Moosen, Algen und Pilzen in zauberhafte Abstufungen von Gruen-, Rotrot- und Ockertoenen gekleidet werden. Die Farbenvielfalt ist bezaubernd – ganz zu schweigen von der atemberaubenden Formenvielfalt.
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Verwendung des Getränkekartonmaterials
Zur Herstellung des Druckstockes wurde das Getränkekartonmaterial zunächst mit einem scharfen Skalpell eingeritzt. Anschließend wurden von Teilflächen die oberste Schicht Aluminium-Kunststoff abgehoben. Der darunterliegende Karton wurde nicht versiegelt, sondern offenporig gelassen, so dass der Druckstock die Druckfarbe auch hier aufnehmen konnte
und die Struktur des Kartons wiedergegeben wurde. Im Kontrast dazu steht die unbehandelte Aluminium-Kunststoff-
Oberfläche des Getränkekartonmaterials, die die Druckfarbe in der Struktur ebenmäßiger – oder teilweise auch "pickeliger" wiedergibt.
Die eingereichten Druckgrafiken konzentrieren sich auf den Eindruck der vorgefundenen Formen und sind entsprechend reduziert einfarbig angelegt. Gedruckt wurde jeweils in einem Durchgang mit nur einem Druckstock. |